Der Wallensteinpalast wurde nach seinem ursprünglichen Besitzer, dem einflussreichen Habsburger Oberbefehlshaber Albrecht Wenzel von Wallenstein benannt und befindet sich in der Mala Strana.
Im Jahre 1623 begann der Bau des beeindruckenden Palastes im Stil des frühen böhmischen Barock. Wallenstein hoffte, mit diesem Projekt die Pracht und Größe der Prager Burg zu übertreffen.
Wallenstein reiste ausgiebig durch Italien und wollte die italienische Architektur mit seiner außergewöhnlichen Erscheinung und seinem Stil in seiner Heimat widerspiegeln. Er engagierte zur Unterstützung für den Bau des Palastes Fachleute aus Florenz, um der gewünschten äußeren Erscheinungsform zu entsprechen.
Das Ergebnis seines Auftrags zeigt sich in einem großen, prachtvollen Palast, der ausnahmslos wundervoll verziert ist, wobei die bahnbrechende Bauart Grundlage für zukünftige Bauten darstellen sollte. Der Boden, der die Gänge miteinander verbindet, überrascht mit einer ungewöhnlichen Ausführung. In den meisten großflächigen Gebäuden dieser Zeit sind die Räume durch verschiedene Bodenoberflächen voneinander getrennt. Wallenstein war es dagegen möglich, ein weitreichendes Netz zahlreicher Gänge zu schaffen.
Obwohl es Besuchern nicht gestattet ist, den gesamten Palast zu besichtigen, gibt es zweifellos genügend Räume, um die Pracht des Bauwerks wahrzunehmen. Zu diesen zählen die Ritterhalle, das Vorzimmer mit seinen großen venezianischen Spiegeln und die kleine, kreisförmige Audienzzimmer mit Fresken des Gottes Helios und einem Gemälde, das anschaulich die vier Jahreszeiten darstellt.
Das Deckenfresko in der zweistöckigen Haupthalle, beschreibt eine Kampfszene, in der Wallenstein als Kriegsgott Mars dargestellt wird. Die Decke ist ferner mit prachtvollen Kronleuchtern geschmückt.
Darüber hinaus existieren zwei Bereiche, der „Mythologische Gang" und der „Astronomische Gang". Sie sind mit Fresken, die mythische Sagen bildlich veranschaulichen sowie mit astrologischen und astronomischen Symbolen ausgestattet. In genau diesen Gängen wurden die Entdeckungen Galileos das erste Mal veröffentlicht.
Die Hauptkapelle des Palastes ist sorgfältig in barockem Stil ausgearbeitet. Man nimmt an, dass die Entwicklung des Barocks hier mit dem aufwändigen Bau des Altars der Kapelle begann. Viele der Wandgemälde sind Sankt Wenzel gewidmet.
Außerhalb des Palastes sind die italienisch beeinflussten architektonischen, barocken Gärten, die mit Mauern umgeben sind, wunderschön erhalten. Man findet auch eine Allee von Skulpturen, die Helden der griechischen Mythologie zeigen. Darüber hinaus befinden sich dort die Reitschule mit ihren Reitställen. Die Reitschule wird heutzutage dafür genutzt, Gastausstellungen der modernen Künste zu zeigen.
Eine weitere Besonderheit des Gartens ist eine selbst erbaute Wand aus Kalkstein, die künstliche Stalaktiten und Stalagmiten beinhaltet, was einem Vogelhaus sehr ähnelt.
Der Garten weist außerdem eine große Salla Terrene auf – einen Platz, der direkt in den Garten führt. Dieser ist mit Motiven aus der legendären Stadt Troja verziert. Im Sommer wurden hier klassische Konzerte und Theateraufführungen abgehalten.
Unglücklicher Weise lebte Wallenstein in diesem Palast für lediglich ein Jahr, bevor er 1634 ermordet wurde. Sein Palast wurde an seine Nachkommen übergeben und blieb bis zum Jahre 1945 im familiären Besitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Palast zum Besitztum der Tschechischen Regierung und die Räumlichkeiten werden gegenwärtig vom tschechischen Senat genutzt.
Für die Öffentlichkeit ist der Palast lediglich zu bestimmten Zeiten in der Woche zugänglich und die Anzahl der zu besichtigenden Zimmer ist eingeschränkt.
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