Der St. Veits-Dom ist die berühmteste und bedeutendste katholische Kirche in Prag; nicht nur aufgrund ihrer langen Historie und architektonischen Pracht, sondern auch da sie der Sitz des Erzbischofs von Prag ist.
Der Dom befindet sich im Prager Burg Komplex und obwohl seine Geschichte bis in die Jahre um 900 zurückverfolgt werden kann, war es nicht die erste Kirche die an dieser Stelle erbaut wurde. Der erste Bau wurde von Fürst Wenzel dem I. erbaut.
Aufgrund von Behauptungen, dass Wenzel von Kaiser Henry dem I. als heiliges Relikt die Überreste des Armes von St. Veit erhalten haben soll, wurde der nach dem Heiligen St. Veit benannt.
Die heutige Kathedrale zeigt ausgeprägte Besonderheiten des gotischen Baustils. Ihre Konstruktion begann in den Jahren um 1400 unter der Leitung von Karl des IV. Der Bau dauerte mehrere Jahrzehnte und wurde erst im frühen 20. Jahrhundert vollendet. Es gab verschiedene Ursachen für die lange Verzögerung beim Bau, unter anderem ein Großfeuer und die Hussitenkriege, welche über 30 Jahre andauerten. Als Resultat dieser langen Verzögerung ist das endgültige Erscheinungsbild ein Mix aus verschiedenen architektonischen Stilen einschließlich Barock, Renaissance und Gotik.
Die endgültigen Hauptarbeiten umfassten den Anbau des westlichen Teils der Kathedrale, der zwei hohe, optisch auffällige Türme sowie die farblich wunderschön gestalteten Glasfenster beinhaltet, die die biblische Entstehungsgeschichte darstellen.
An der Südseite des Doms sind der Glockenturm und das goldene Tor. Der Glockenturm wurde im Jahr 1396 von Peter Parler erbaut, allerdings starb dieser bevor der Turm fertig gestellt wurde. Er beherbergt Prags größte Glocke, welche mit Bildnissen von Ferdinand des I. sowie Anna von Böhmen kunstvoll verziert ist. Besucher können, wenn sie möchten, beinahe 300 Treppenstufen zur Spitze des Turms hinaufsteigen und die Glocke besichtigen.
Das goldene Portal oder auch goldenes Tor ist ein mit bronzenen Prägungen verziertes Tor, das die Geschichte der Kathedrale und St. Wenzels erzählt. Über dem Tor befindet sich ein Mosaik mit Szenen des Jüngsten Gerichts. Es war jenes Tor, durch das Könige den Dom zu Krönungsfeiern betraten.
Eines der spektakulärsten Merkmale des Doms ist die Wenzelskapelle, Schutzheiliger der Tschechischen Republik. Die Kapelle wurde wiederum im 14. Jahrhundert unter Aufsicht von Karl des IV. erbaut. Über seiner Grabstätte erbaut, ist sie aufwendig mit über 1000 Edelsteinen verziert.
Die Prachtvolle Kathedrale wurde während seiner Geschichte für eine Vielzahl von Bestimmungszwecken genutzt. Darin inbegriffen waren Krönungen, welche hier bis ins Jahr 1836 abgehalten wurden, sowie Totengruften berühmter religiöser Persönlichkeiten und tschechischer Könige. Diese befinden sich unter dem Mausoleum vor dem Hochaltar. Die Kathedrale wurde ebenfalls für die Aufbewahrung wertvoller Gegenstände wie beispielsweise Kronjuwelen, welche nun in der Kronkammer aufbewahrt werden, sowie historisch bedeutungsvolle Artefakte genutzt.
Ohne den St. Veits-Dom zu besichtigen, wäre ein Besuch in Prag nicht vollkommen.
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