Eine der emotionalsten und herzerweichendsten Sehenswürdigkeiten in Amsterdam ist das Anne Frank-Museum in der Prinsengracht Nummer 267. Dies ist das Haus in dem Anne Frank und ihre Familie, Hermann van Pels Familie und Fritz Pfeffer, die Jahre von 1942 bis 1945 verbrachten, versteckt in einem geheimen Bereich des Hauses, der als geheimes Hinterhaus bekannt war. Sie, als Juden, lebten ständig in der Angst von Deutschen entdeckt zu werden, die Amsterdam eingenommen hatten.
Das Gebäude war das Geschäftshaus von Otto Frank, Annes Vater. Als er realisierte, welcher lebensgefährlichen Situation seine Familie und Freunde gegenüber sahen, schmiedete er den Plan sie vor den Nazis zu verstecken.
Das Museum stellt ihr Leben, während und nach Ablauf dieser Zeit dar. Es ist im Gedenken an die acht Menschen erhalten, die sich hier versteckten, eingeschlossen Anne Frank, die während ihrer Gefangenschaft ein ausführliches Tagebuch über ihr Leben und ihre Gedanken in dieser Zeit schrieb. Das Museum zeigt ebenso die Tapferkeit von Victor Kugler, Johannes Kleiman, Miep Gies und Bep Voskuil, die diese jüdischen Familien unter Einsatz ihres eigenen Lebens schützten.
Es ist eine Geschichte, die leider tragisch endet. Die Familien wurden 1945 an die Nazis verraten und alle bis auf einen, Otto Frank, Annes Vater, starben in Konzentrationslagern oder auf dem Weg dahin.
Besucher fragen sich vielleicht, warum die Zimmer des Hinterhauses unmöbliert belassen wurden. Dies entsprach dem Willen von Otto Frank, der wollte, dass alles so erhalten wird wie die Nazis es verlassen haben, völlig leer. Juden die deportiert wurden, wurden all ihres Eigentums, das sich in ihren Häusern befand, enteignet und anschließend wurde dieser Hausrat entweder vernichtet oder nach Deutschland gebracht.
Das Museum zeigt eine umfangreiche Sammlung von Originaldokumenten, einschließlich Briefe, amtliche Formulare, Gegenstände und Fotografien, die den Menschen die sich in den Zimmern versteckten, gehörten. Das bekannteste Objekt ist dabei Anne's Tagebuch, das unter Glas und in einer Temperatur-geregelten Atmosphäre aufbewahrt wird.
Weiterhin gibt es das Otto-Frank-Archiv, eine Sammlung die hauptsächlich Otto's Leben nach dem Krieg zeigt. Ebenso werden Briefe von Menschen aufbewahrt, die nach dem Lesen von Anne's Tagebuch oder nach dem sie den Film, der das Leben der Gefangenen im geheimen Hinterhaus zeigt, tief bewegt waren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich das Gebäude in einem sehr schlechten Zustand und stand kurz davor abgerissen zu werden. Glücklicherweise erkannten die Menschen zu dieser Zeit die historische Bedeutung des Hauses und vereinigten sich, um es zu erhalten und wieder herzurichten.
Nachdem Anne's Geschichte weltweit bekannt war, wurde auch das Gebäude für Besucher zunehmend bekannter. Im Jahre 1960 wurde das Haus offiziell als Museum eröffnet. Im Laufe der Jahre stiegen die Besucherzahlen kontinuierlich und erneute Umbauten und Erweiterungen des Gebäudes wurden nötig, wobei das geheime Hinterhaus in seinem ursprünglichen Zustand belassen wurde.
Ein maßstabsgetreues Modell, das von Otto Frank hergestellt wurde, zeigt dem Besucher aus einer besseren Perspektive den ursprünglichen Aufbau des Gebäudes.
Das Museum ist täglich geöffnet, wobei sich Öffnungs- und Schließzeiten je nach Jahreszeit ändern. Tickets sind relativ preiswert und können im Internet gekauft werden.
Hinweis: Aufgrund des begrenzten Raumes im Inneren werden keine Führungen durch das Museum angeboten. Es gibt jedoch kostenlose Reiseführer in mehreren Sprachen, die man am Eingang bekommen kann. Um das Museum zu besichtigen wird empfohlen, etwa eine Stunde einzuplanen.
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